Burning Man 2016 – Der frühe Vogel –

ist auch nicht schneller aus dem Camp. Nachdem ich Steffen überreden konnte das letzte Feuer am Sonntag, den Tempel, noch abzuwarten, einigten wir uns darauf, direkt nach dem Zusammenbruch der Tempel Anlage die Abreise zu starten. In der Hoffnung vor der fluchtartigen Massenabreise schon auf der gut 100 km langen und einspurigen Landstraße zu sein. Gesagt getan, Tempel brennt, Tempel bricht zusammen, wir brechen auf uuund – stehen im Stau! Na klar waren wir nicht die Einzigen mit diesem verlockenden Gedankengang und um das Unterfangen, sich vor den (freiwilligen) Aufräumarbeiten und dem Stau zu retten, in vollem Umfang abzustrafen, gab es auf der 16 spurigen Wüstenausfahrt zur einspurigen Landstraße einen 8 stündigen Stop. Die Polizei hatte die Zufahrt zur Landstraße gesperrt. Warum? Es wurde eine 17 jährige vermisst, die wohl Ihren Eltern nichts von Ihren “Übernachtungswünschen” mitgeteilt hatte und sich erst am Morgen wieder einfand. Okay. Kurz nach Sonnenaufgang wurde die Strecke freigegeben und es dauerte noch geraume Zeit, bis sich die dann wieder vereinenden 16 Spuren in kontrollierten Abständen auf die Landstraße vertröpfelten. Da wir die Nacht in Stand by Stimmung im Wagen verbracht hatten, sind wir gern im 20 km entfernten Gerlach für eine Pinkelpause mit Mini Frühstück kurz ausgeschert. Da wir zwei Fahrer sind, haben wir uns auf der nun folgenden Fahrt nach Paso Robles abwechseln können. Als Stau erprobte USA Reisende, wurde unsere frisch antrainierte Geduld im feiertäglichen 4 spurigen Labor Day Rückflutestau auf eine weitere Probe gestellt – bestanden, wir sind heil in einem Hotel in Monterey (ca. 100 km südl. von SF) angekommen und waren mal entspannte 24 Stunden am Stück unterwegs. Die Fahrt hatten wir gestoppt, da wir uns ein Hotel gern im Hellen suchen wollten. Einen Schlafplatz haben wir uns dann dank der amerikanischen Telefonkarte mit 3 Gigabyte Datenvolumen im Verlauf der nächsten Tage immer ohne Probleme suchen und über z.B. Expedia buchen können. Kein Vergleich zu der Suche nach einem günstigen Hotel mit einem Gutscheinheft aus den örtlichen Supermärkten, wie das noch bei dem letzten Trip der Fall war. Das Hotel, direkt an einer Tankstelle gelegen, war sauber, trotz der Umgebung ruhig und hatte das beste Frühstück was wir auf dieser Tour erleben durften. Alles zusammen für 80 Euro – da kann man nicht meckern.

Burning Man 2016 – Feuer

Die ganze Woche war übervoll mit  Veranstaltungen, Kunstwerken, Lichtinstallationen, spannenden Kontakten, unzähligen Art-Cars, Partys, Hitze, Kälte und Staub – eines fehlt jedoch – der Burning Man! Zum Abschluss der Veranstaltung werden  die großen Holzkunstwerke verbrannt. Am Freitag verschiedene Kunstwerke, wie z.B. die Pyramiden oder die Leuchttürme, am Samstag dann der Burning Man und am Sonntag der Tempel. Alle Installationen waren begeh- und erlebbar. Der Burning Man selbst ist leider nicht ganz fertig geworden. In dem extra für die Woche aufgebauten Radiosender wurde u.a. auch der Künstler für diese Figur interviewt. Er war reichlich am Boden zerstört, da Ihm zur Fertigstellung etwa 3 Tage fehlten, die er durch Staubstürme verloren hatte. Sehr schade, denn die Holzfigur sollte sich während des Verbrennens drehen. So war nur ein Teil der imposanten Mechanik fertig. Auch die Pyramiden blieben im Inneren unvollendet und wir hatten nur 48 Stunden, bevor sie dem Feuer übergeben wurden. Der riesige Tempel, ein Ort der Besinnung, Abschiednahme und Hoffnung, brannte als letzter am Sonntag – es herrschte dabei andächtige Stille. Es war zu spüren, das viele Anwesende im Gedenken an Ihre Liebsten, Freunde, Famile, Haustiere und auch von Wünschen durchdrungen auf das Feuer sahen. Anders bei den anderen Feueropfern – da wurde bejubelt, getanzt und die riesigen Art-Car Partywagen standen im Kreis herum. Jedes dieser Feuer war ein Happening. Auch wenn die Feuer in der nächtlichen Wüste beeindrucken, so ist es doch irgendwie schade, all die Arbeit in wenigen Stunden komplett im Flammenmeer verschwinden zu sehen. That’s life – Jedes Ende ist ein Anfang.

Burning Man 2016 – Geben ist …

seliger denn Nehmen. Also auf der Burning Man wird tatsächlich gern und viel geteilt bzw. gegeben. Beliebt sind hier die schon erwähnten, wen wunderts, Bloody Mary Getränke zum selbst zusammenstellen. Hier steht auch gern mal eine Flasche ohne Etikett herum – Selbstgebranntes Zeug, auch Moonshine genannt. Über die umwerfende Wirkung hatte ich an anderer Stelle schon berichtet. Auch Dinge wie Poster, Postkarten, Gebäck, warme oder kalte Speisen, Massagen, Tücher, Telefonate mit Gott oder Mutti zu Hause, Fahrradreparatur-Service (sehr hilfreich bei den stets schlechter werdenden Wegen im Camp), Yoga-Kurse, Selbsterfahrungskurse für alles was Ihr Euch vorstellen könnt oder wollt, Diskussionsrunden zu verschiedensten Themen wie regenerative Energien oder gesundene Ernährung. Man muss schon komplett Interessenlos sein, um hier nichts Spannendes zu finden.

Burning Man 2016 – 07:00 Uhr!

So langsam gewöhne ich mich an den (Burning Man) Natur gegeben Tagesablauf. Mit etwas Glück wurde ich kurz zum Sonnenaufgang wach, um diesen entweder zu fotografieren oder einfach nur zu genießen. Egal was – er sieht unglaublich toll hier in Black Rock City aus! Was auch daran liegen mag, das es sich um einen der wenigen Momente am Tag handelt, der quasi fast ohne Wind und Staub auskommt. An diesem Ort lernt man diese Augenblicke lieben und (sofort) zu genießen. Denn damit kann es im Verlauf des weiteren Tages jederzeit zu Ende sein. Wir haben ja auf unserer Außenposition noch das Glück, nicht von jedem Fahrzeug und jedem Windstoß sofort mit diesem feinsten Mehlstaub eingedeckt zu werden. Wer mich kennt, der weiß das Zeiten gleich oder kleiner 07:00 Uhr nicht zu meinen bevorzugten Tagesabschnitten für Aktivitäten gehören. Hier ist das ein wenig anders, es ist einer der wenigen, ruhigeren und besinnlichen Momente, den es im prallen Camp-Alltag zur Erholung braucht. Die Sonnenanbeter beginnen mit Ihren Gebeten und Yoga Übungen, vereinzelte Durchnächtigte schleichen müde in Ihre Lager, ganz wenige Art-Cars mit und ohne Musik sind noch oder schon unterwegs und so manch einer nutzt, wie ich, die ganz andere Seite der Stimmung im Burning Man Rondell. Burner die dann schon unterwegs sind, sind, ob der wenigen anderen Burner auf den Wegen, aufmerksamer zu den einzelnen Personen, grüßen noch häufiger als tagsüber und sind dabei aber meist nicht so kommunikativ wie im späteren Tagesverlauf. Jeder der dann schon wach ist, freut sich über die wenigen anderen bunten Typen, weiß das er nicht alleine so früh wach ist und erfreut sich über die Jungfräulichkeit des Tages. All das macht mich aber nicht zu einem Frühaufsteher. Nach dem frühmorgendlichen Rundblick, dem Besuch der DIXI-Plastikallee, die im Inneren vereinzelt von kreaktiven Geistern zum Erlebnis-Klo umdekoriert wurde, kommt mein Standard Frühstück aus heißem Pulverkaffee mit Milch, Honig und reichlich Frühstücksflocken mit Zimtgeschmack. Das erspart mir zusätzliches Geschirr zu reinigen, was unter Wüsten-Bedingungen (Ihr dürft gern das W kleinschreiben und den Bindestrich entfernen) ein großer Vorteil ist und die Nahrungsaugnahme in der Vorwachphase erleichtert. Danach folgt ein kurzer Blick in den friedlich leeren Wüstenteil um uns und sofort erscheint der kuschelige Schlafsack, bei den herrschenden knapp 10° Celsius, wieder sehr verlockend – oh, ich habe Urlaub, na dann zurück ins Bett.

Burning Man 2016 – Lost

Der Einfachheit halber kommen jetzt die Erlebnisse nicht mehr ganz chronologisch.  Lost and Found: Wegen der zum Teil taschenlosen Bekleidung und der konzentrationsmindernden Nahrungsergänzungsmittel gehen hier immer wieder Dinge verloren. Im geräuschdämpfenden Wüstenstaub wird auch Niemand auf ein herunterfallendes Handy, eine Trinkflasche oder Bikini aufmerksam. In dem gut organisierten Camp gibt es dafür auch eine extra Lost&Found Ecke, bei der alle eintreffenden Dinge fotografiert und später über die vielen bereitgestellten Computerterminals gesucht werden können. Im Schnitt sammle ich täglich 3-4 Dinge für diese Abteilung aus dem Wüstenstaub. Heute war auch ein teueres Handy dabei, das mich im nächtlichen Dunkel um Hilfe anblinkte. Ich steckte das Telefon ein und musste promt mein schlecht beleuchtetes Fahrrad suchen. Nach der zweiten Runde um den gerade besuchten hölzernen Tempel, fiel mir ein junges Pärchen im Suchmodus (wobei man das hier öfter sieht) auf. Kurz gefragt was gesucht wird – dann das Handy aus der Tasche geholt und WOW, was für eine Riesenfreude! Sie erzählte wie wichtig Ihr das Handy wäre und wollte dann überhaupt nicht mehr aufhören mich zu umarmen, sich zu bedanken, mich zu umarmen, … – Eigentlich Schade das Sie nur ein Handy verloren hatte und ich nur eines an dem Abend gefunden. 😉

Burning Man 2016 – Erkenntnisse

Nach nun einigen Tagen auf der BM, habe ich für mich einige Erkenntnisse gesammelt. 1. Heiko hat Recht! Die BM kann alles das sein, was man selber will – und das auch immer zweimal mehr. 2. Alle Videos und Bilder im Internet sind echt – aber es fehlen die nicht gezeigten Momente. Die sieht man nur hier. 3. Habt hier immer eine Tasse und Besteck dabei – es wird überall Essen und Trinken angeboten. (Ergänzung: Vergesst alles wo “Moonshine” drinnen vorkommt – ich war gute 5 Stunden “außer Betrieb”.) 4. Nein, es gibt keine bunten Pillen an jeder Ecke im Kaugummi-Automaten. Da muss man schon zu unserem asiatischen Nachbarn links von uns. 5. Vergiss nie Deine Skibrille und professionelle Staubmaske mit guten Filtern. Dust is everywhere! 6. Kleide/beleuchte Dich und Dein Fahrrad einzigartig und auffällig. Bei Sichtweiten unter 2 Meter ist das lebensverlängernd und Du findest Deinen treuen Drahtesel unter 70.000 ziemlich sicher wieder. 7. Alle Teilnehmer der BM sind entspannt, freundlich und kontaktfreudig. Sei Du es auch (Auch wenn Dein Nachbar seit 72 Stunden den Motor seines Womo laufen lässt.). Es herrscht eine locker-freundliche Grundstimmung – ein Small-Talk lohnt immer und es waren erstaunlich viele Leute (hier) schon in Europa. 8. Nutzt Sonnencreme (50+) und zieht festes Schuhwerk mit Socken an. Der Staub trocknet sonst extrem schnell die Haut an den Füßen aus. Manche nutzen Essig um den alkalischen Staub zu neutralisieren. 9. Nimm Deinen/Deine Partner/In nur während einer stabilen Phase der Beziehung mit, ansonsten erfinde eine Ausrede. Bei Frauen hilft sicher der Hinweis auf den Dauerstaub und die fehlende Waschmöglichkeit und bei männlichen Partnern, auf die vielen gemeinsamen esoterischen Workshops und die stundenlangen Diskussionen zu den abstrakten Kunstobjekte in großen Gruppen in der Mittagshitze. 10. Wenn Du vorhast wieder zu kommen, dann schließe Dich einem Lager an oder gründe selbst eins. Es erleichtert die Logistik und die Umsetzung von Ideen sehr.

Burning Man 2016 – Eingewöhnung

Dienstag – Mein Begleiter hat sich heute frei genommen und genießt die kühle Ruhe in unserem Bus. Nach meinem üblichen Frühstück und Eiskauf, von dem ich dieses Mal auf Grund der geringen Menge nichts unterwegs eingetauscht hatte, bereitete, ich aus einer Eingebung heraus, einige unserer Pilz-Käse-Knacker mit Schinken, Salami und zum Schluss reichlich Käse in Butter geschwenkt zu. Mit einem Brötchen als Fettschwamm hatte ich eine hervorragende Grundlage um die schon am frühen Morgen angebotenen Cocktails zu probieren. Promt rief der nur 50 Meter entfernte Stand zur frischen Bloody Mary. Sehr interessant – wobei die Knoblauchzehe jetzt unterm Auto liegt. Ich war dankbar für mein deftiges Frühstück! Danach bin ich nicht sehr zielstrebig, es gibt überall etwas zu sehen und auszuprobieren, zum zentral gelegen BRC Center (BRC = Black Rock City) geradelt. Dort kann man sich Tee & Kaffee kaufen, was neben dem Eiskauf und dem Bustransfer in die nächsten beiden Dörfchen, die einzige Möglichkeit zum Geld ausgeben ist. Der Rest ist kostenfrei bzw. beruht auf der Idee, den MitBurner zu beschenken. In dem Center geht es total entspannt und meist ruhig zu. Auf zwei gegenüberliegenden Bühnen sind Vorträge, Musiker, Workshops und Diskussionen zu erleben. Von andächtiger Aufmerksamkeit bis zur aufgeregten Teilnahme, ist hier alles zu erleben. Zwischen den beiden Bühnen sind Ausstellungen von verschiedensten Künstlern zu sehen. In der Mitte des großen Center befindet sich eine runde Freifläche, die von rege genutzen Liegekissen umsäumt ist. Das ganze vermittelt ein wenig Zirkus Charakter ala Cirque du Soleil. Wer mag, kann hier seine Kunststücke vorführen oder sich mit Unterstützung selbst an solchigen ausprobieren. Dem FKK Unerprobten Menschen mag das hier, wie im ganzen Camp, gelebte Nebeneinander von mehr (selten) oder weniger (häufig) oder garnicht (selten) bekleideten Burnern am Anfang befremdlich vorkommen, da es aber überhaupt keinen Menschen (sichtbar) irriert, kehrt jeder recht schnell zum “Tagesgeschäft” zurück. In dem Center lässt sich also trefflich abhängen. Irgendwann war ich dann so abgehangen, das es mich raus auf die Playa trieb. Die Playa ist ein riesiger Platz zum Herumradeln und um mobile, fest installierte und begehbare Kunstwerke zu erkunden. Unter anderem steht dort auch der Burning Man – dieses Jahr im Zeichen von Leonardo da Vinci. Als weitere Feueropfer sind dann u.a. noch der Tempel und die Pyramiden zu sehen und zu begehen. All diese aufwendigen Holzbauten werden ein Opfer der Flammen. Irgendwie Schade, aber so geht das eben hier. Also am Besten anschauen bevor es weg ist. Ein Teil der Playa ist am Rand von verschiedenen Ständen, mit zum Teil sehr unterschiedlichen Musikrichtungen, umgeben. Hier findet fast jeder seine Mucke. Ich bin im Technobereich gelandet und hab lange nicht so gute Musik und so ausgelassene Leute erlebt. Die Beschallungsmaschinen sind heftig – tagsüber war ich nichtsahnend an den übermannshohen Boxen vorbeigeradelt und es hätte mich fast aus dem Sattel geblasen. 

Burning Man 2016 – Neuland

Der Montag begann gemütlich mit Müsli und Cornflakes mit unseren abgezählten 200ml Milchpackungen. Dazu Instant Kaffee und einen Muffin. Unser Auto war, soweit möglich, über Nacht mit der Klimaanlage soweit runtergekühlt, um die kurze Pause bis zum Eiskauf zu überstehen. Wir mussten also zunächst Eis für unsere verderblichen Lebensmittel besorgen. Selbst der Eiskauf wird mit Partymucke vor und im Verkaufs-Iglu und dem lustigen Personal zum Happening. Wie die das über Stunden durchhalten – toll! Von den 6 Packungen crushed Eis habe ich zwei auf dem Weg zum Wagen gegen ein leckeres Frühstück bei ein paar netten Damen eingetauscht. Geschenke mitbringen, teilen und das  Anbieten von Dingen die man mit anderen Burner teilen will – das ist hier für eine Woche gelebte Realität. Den Rest des Montag Abends haben wir die nähere Umgebung mit dem Fahrrad erkundet. An dieser Stelle einen ganz großen Dank an Heiko, der uns sein Sportrad zur Verfügung gestellt hat und auch an Katrin und Familie, die wir durch einen der vielen glücklichen Zufälle im Target Supermarkt getroffen haben und die uns Ihr Fahrrad geschenkt hat. Wie der Zufall so spielt, wir wollten am Tag der Abfahrt zur BM nur noch ein paar Kleinigkeiten im Target kaufen und hören, ziemlich irritiert, in kristallklarem hochdeutsch die Unterhaltung einer Mutter mit Ihren beiden Kindern – klar das wir die Familie ansprechen, den so viele Deutsche trifft man hier nun auch nicht. Wie sich herausstellte, lebt Katrin aus Berlin mit Ihren beiden Kindern und Ihrem amerikanischen Mann schon eine ganze Zeit in der Bay Area von San Francisco. Die Welt ist ein Dorf! Wir haben unseren Einkauf unterbrochen und sind kurz mit zu dem in der Nähe gelegenen Haus der Familie gefahren. Dort haben wir das MTB Fahrrad eingeladen und freundlicherweise von Ihrem Mann (der auch schon auf der BM war) noch ein paar Tipps und die passende Blinkedings-Beleuchtung für die Fahrräder bekomen, die wir nun trefflich gut auf der BM gebrauchen können. Nachdem wir die nähere Umgebung erkundet hatten, in der es von der Party-Ecke bis zur Energieübertragung per Handauflegung alles gibt, kam der gemütliche Nachtausklang mit unseren Nachbarn bei den verschiedensten Biersorten. Wobei mein Begleiter deutlich besser im Training ist als ich und sich später mit einer Flasche Sky Vodka in die Nachbarschaft verabschiedete – am Dienstag war bei Ihm dann Ruhetag. 😉

Burning Man 2016 – Blog Info

Die letzten Tage ist mein Blog ausgefallen. Die gebuchte AT&T Karte kann sich hier aus unerfindlichen Gründen nicht im Netz registrieren und so musste ich heute mit dem Bus nach Gerlach NV zurück, um die nächsten Blog-Einträge zu veröffentlichen.Auch die nächsten Einträge werden wohl nicht taggleich erscheinen.Auch erweist sich das Schreiben auf dem Handy als suboptimal – das Pad liegt zu Hause.  Bis baldHolger  Von meinem Smartphone gesendet.

Burning Man 2016 – Die letzten Meter und Lagerbau

Unsere Nacht war am 28.08. gegen 09:00 Uhr zu Ende – die endlose Fahrzeugkaravane ist die ganze Nacht weitergezogen – wir fragen uns wo diese Massen alle Platz finden sollen? Da nur noch ein paar Kilometer zu bewältigen sind, haben wir den Bus eher pragmatisch umgeräumt und nach einer Tasse gutem amerikanischen (d.h. ohne Anspruch an Geschmack, dafür aber gewohnt freundlich überreicht) Kaffee die Fahrt gestartet. Wie zu erwarten, lief es wieder erstaunlich ruhig und gleichmäßig bis zur Einfahrt zur Wüstenstrecke weiter. Dort wurden wir von fröhlich und wild gestikulierenden Streckenposten in die Fahrspuren eingewiesen. Was auch die lustig zappelnden Einweiser genommen hatten, um in der Vormittagssonne und im Angesicht der nicht endenden Fahrzeugschlange so happy zu sein – wir wollten das auch! Von jetzt ab wurde es – ich sag mal – laaangsam. Die 6-spurige Warteschlange war gut gefüllt und so wurde das Warten zur Geduldsprobe. Dank vollem Tank, laufender Klimaanlage und einer unübschaubaren Anzahl lustig gekleideter und durchaus nicht unattraktiv daherkommenden PersonenInnen – vergingen die Stunden bis zum Check in dann doch wie im Flug. Wir mussten unsere Tickets am Will Call Counter abholen. Okay, eine kleine Hürde mehr auf dem Weg zur BM. Der freundliche Ticketverkäufer vom Counter 7 war englisch-sprachlich das Kind einer plattdeutschen Mutter und eines oberbayrischen Vaters, dass in Berlin aufgewachsen ist und sich sonst sein Geld als Jahrmarkt-Wurstverkäufer verdient. Ich denke im Schnellsprechwettbewerb war der Mann ganz vorn dabei! Da ich wusste was ich wollte, ignorierte ich zunächst den Endloswortbrei und reichte meine Driver Lizenz und die ausgedruckte Online-Bestellung rüber. Damit konnte er etwas anfangen. Juhu, er schnappte sich einen Fahrzeugpaß für das Gelände, piep, eingscannt, na das läuft doch reibungslos, ein Besucher-Ticket geschnappt, vor den Scanner gehalten – nix, er hat es noch zweimal probiert, nix, das nächste Ticket genommen, wobei Ihm das erste Ticket entglitt, piep, eingescannt – Top! Dann hantierte er rasend schnell mit verschiedenen Tickets vor dem Scanner herum – ohne Erfolg (hier kam mir der Verdacht, das er eine Zeit lang als Kartengeber am Black Jack Tisch im Casino gearbeitet haben muss – ich konnte den Handbewegungen nicht mehr folgen). Dann fragte er mich etwas, keine Ahnung was, ich fragte nach, daraufhin erhöhte er die Lautstärke und im gleichen Maße die Geschwindigkeit – so wurde das nichts. Ich sagte einfach mal “Okay”. Ha, geht doch! Ich bekam die Tickets und Infomaterial. Leider haben wir die Tickets nicht gleich gezählt – wir hatten nur ein Personen-Ticket und einen Fahrzeugpaß. Ich mach es mal kurz – wir haben dadurch mehr Leute bei der Einlasskontrolle kennengelernt als sonst irgend ein Burner. 😉 Zum Schluss hatte jeder von uns ein Ticket und weiter ging es zum Inner Circle Einlass. So einfach kommt man hier nicht rein – Tickets zeigen, kurze Nachfrage ob das unsere erste BM ist – Ja, wir schauen ja auch wie First-Burner aus. 🙂 Große Freude bei den beiden männlichen Empfangsdamen – wir mussten uns vor Ihnen im Staub wälzen und danach eine Glocke schlagen und dazu rufen:”I’m not longer a virgin!”. Ab jetzt durften wir recht frei agieren und suchten uns, nach der Empfehlung unseres Gastgebers in San Francisco, einen Stellplatz auf ca. 04:00 Uhr im Burner Lager. Das runde Lager ist in Uhrzeiten eingeteilt, was Orientierung (in jedem Zustand und zu jeder Tageszeit und Staubdichte) deutlich erleichtert. Unseren Stellplatz haben wir letztendlich nach der Windrichtung gesucht – was sich als sehr nützlich bzgl. des Staubkonsums erwies. Wir bekommen hier fast staubfreien Wind aus der Wüste, während die Bewohner im Inneren und auf 06:00 – 10:00 Uhr sämtlichen aufgewirbelten Staub genießen dürfen. Jeder Fahrrad-Fahrer, jedes Art-Car und jeder Fußgänger hinterlassen eine Staubfahne. Wir haben unser Lager soweit es geht eingerichtet – Fahrräder, Stühle und Tisch raus, alle Getränke unters Auto und arzuf der Ostseite ein Sonnensegel, welches dem Wind nur etwa einen Tag standhielt und danach als Sonnenschutz vor den Fenstern hing. Fertig! Um die mitgebrachten Lebensmittel, zu kühlen braucht es Eis. Das wird hier im Lager auf 03:00, 06:00 und auf 09:00 Uhr für einen schmalen Taler verkauft. Eigentlich. Am Sonntag hatten nur der Verkauf auf 06:00 Uhr offen und der wurde 30 Minuten vor Verkaufsende geschlossen. 🙁 Die beiden anderen Stände schauten uns verwirrt an, die haben dann durch uns erfahren, das sie offen haben sollten. Nichts ist perferkt. 😉 Also verhalten wir uns wie gute Amerikaner und lassen den Motor und die Klimaanlage bis zum nächsten Morgen laufen. 😐